Teamleiter der Wasserwerke Torsten Brix im Interview

Sauberes Trinkwasser kommt aus dem Hahn, das weiß jedes Kind.
Dass hinter der Versorgung, die für uns selbstverständlich ist, ein Team steht, das sich den ganzen Tag darum kümmert, wissen allerdings nur die wenigsten. Teamleiter Torsten Brix erklärt, was die Bad Honnef AG unternimmt, damit ganzjährig Wasser aus dem Hahn sprudelt und bedenkenlos getrunken werden kann.

Herr Brix, aus welchen Quellen speist sich die Trinkwasserversorgung in Bad Honnef?
Den größten Teil des mikrobiologisch reinen Wassers fördern wir aus zwei Brunnen in der Nähe des Wasserwerkes „Im Lohfeld“. Der Ortsteil Rottbitze bekommt sein Rohwasser seit 1965 aus dem Tiefbrunnen Rottbitze, aus ca. 90 Meter Tiefe.

Ist das Wasser aus der Quelle bereits trinkbar?
Die Grundqualität des Wassers in Bad Honnef ist ab den Brunnen schon sehr hoch. Im Wasserwerk Lohfeld wird das Rohwasser entsäuert, der pH-Wert wird eingestellt und im Anschluss mit Aktivkohle gefiltert. In unserem Wasserwerk Rottbitze stellen wir den pH-Wert ein und entziehen dem Rohwasser Eisen und Mangan. Wichtig ist, dass wir die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung einhalten. Das wird von uns, dem Labor der RheinEnergie und dem Gesundheitsamt regelmäßig überprüft. Wir bewegen uns in Bad Honnef ausschließlich im grünen Bereich.

Was sind die größten Herausforderungen, mit denen Sie es zu tun haben?
Ich würde sagen, das gesamte Netz mit 280 km Leitungen, 11 Hochbehältern und vielen Höhen- und Druckunterschieden, die für die Topografie von Bad Honnef charakteristisch sind, so auszubalancieren, dass immer ausreichend Trinkwasser zu Verfügung steht. Mit anderen Worten, das Netz am Leben zu halten.

Erfahrung spielt eine große Rolle. Torsten Brix, Teamleiter der Wasserwerke, kümmert sich seit 27 Jahren um die Wasserversorgung in Bad Honnef und Unkel. (Bild: Fotograf Rainer Holz)

BHAG Team Wasserwerk

Was unternehmen Sie, um das zu gewährleisten?
Das Leitungsnetz muss ständig ausgebaut und modernisiert werden. Am besten parallel zu Straßenbauarbeiten, denn das ist am kostengünstigsten. Dann gilt es, in langen Trockenperioden dafür zu sorgen, dass wir bei Abnahmespitzen unser Trinkwasser im gesamten Versorgungsgebiet verteilt bekommen. Da wir viel in den Ausbau unseres Wasserverteilnetzes und der Anlagen investiert haben, konnten wir unsere Kunden in den vergangenen Hitzeperioden ohne Ausfälle versorgen.

Kommt alles Wasser, das gefördert wird, bei den Haushalten an?
Da sprechen Sie Leckagen und Wasserverluste an, das ist immer ein Thema. Schließlich soll das, was wir produzieren, nicht in der Wiese landen. Bei Verdacht fahren wir mit unserem Messwagen los, um in den einzelnen Druckzonen Leckagen zu finden. Das ist mühselig, weil wir ein großes Gebiet kontrollieren müssen. Allerdings lernt man dabei auch sehr gut unser Netz kennen, was ich jedem neuen Mitarbeiter empfehlen kann.

Wie gut kennen Sie das Netz in Bad Honnef?
Ich bin jetzt seit 27 Jahren dabei – also ziemlich gut. Erfahrung spielt eine große Rolle. Aber auch Technik. Wir testen gerade eine KI-Lösung mit Funk-Druckaufnehmern, um Unregelmäßigkeiten schneller erkennen und orten zu können.

Das „Wasser-Team“ der Bad Honnef AG sorgt dafür, dass das Netz mit 280 km Leitungen jederzeit ausbalanciert ist. (Bild: Fotograf Rainer Holz)

Was passiert, wenn Sie einen Rohrbruch feststellen und der Hausbesitzer nicht da ist?
Dann schließen wir das Hausabsperrventil, um größeren Schaden zu vermeiden. Wir bekommen jeden Morgen um 7.30 Uhr einen Bericht mit den aktuellen Verbrauchsdaten. Da sieht man schon, ob was im Busch ist.

In welche Richtung geht die Entwicklung im Vergleich zu der Zeit, als Sie begonnen haben?
Ich würde sagen, dass es früher ein höheres Aufkommen an Störungen durch Hitze und Rohrbruch gab.

Wie erklären Sie sich das?
Wir haben viel in die Technik investiert. Auch die Rohre, hauptsächlich aus PE, sind stabiler und hygienischer geworden. Die Kollegen von den Wassernetzen und vom Wasserwerk sind ein eingespieltes Team und stehen in engem Kontakt, um die Wasserversorgung in unserem Versorgungsgebiet für die nächsten Jahrzehnte fit zu machen. Beim letzten größeren Rohrbruch vor drei Jahren war das Wasser nach 17 Minuten abgestellt, nicht zuletzt weil wir alle hier vor Ort wohnen und sofort reagieren können.

Herr Brix, vielen Dank für die Einblicke.